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Bericht
über die Skisaisoneröffnungsfahrt 2004
02.-05.12.2004
Ski-Chaos-Tage mit chaotischen, traurigen und
schönen Momenten
Auch die
diesjährige Eröffnungsfahrt führte uns wieder ins Zillertal nach
Mayrhofen ins Hotel Edenlehen. Für die Fahrt hatten wir neue
Apres-Ski-Shirts gekauft mit der Aufschrift
Schon bei
der Anreise sollte sich das Motto bestätigen.
Obwohl
unser Bus bereits eine dreiviertel Stunde vor der Abfahrt in
Flieden gesichtet wurde, war er zur verabredeten Zeit nicht an
Ort und Stelle. Stattdessen stand der Bus vor der Gaststätte
Zentrum, wo unser Busfahrer Rudi zuvor Getränke geladen hatten,
und sprang nicht an.
Zum Glück
fand sich nach einer viertel Stunde ein netter LKW-Fahrer, der
unseren Bus im großen Feierabend-verkehrschaos anzog. Wie sich
später herausstellte, hatte Rudi während dem Einladen bei
abgestelltem Motor die Heizung laufen lassen, was ihm die
Batterie des Busses übel genommen hat.
Trotz der
Aufregung konnten wir schon um viertel nach Fünf unsere Fahrt
antreten und hatten eigentlich nur 15 Minuten Verspätung, doch
das sollte sich noch ändern.
Kurz nach
der Abfahrt musste uns Rudi noch etwas beichten. Die Bustoilette
hatte kein Wasser und war somit nicht benutzbar. Davon
unbeeindruckt floss im hinteren Teil des Busses das Bier in
strömen, so dass wir bald gezwungen waren häufiger Pinkelpausen
einzulegen.
Bei der
Pinkelpause am Köschinger Forst geschah dann das in 15 Jahren
Saisoneröffnungsfahrt noch nie da gewesene. Obwohl die
Nachfrage: „Sind alle da?“ mit einem „Ja!“ beantwortet wurde,
stellte Holger kurz nach der Auffahrt auf die Autobahn fest:
„Lavinia fehlt!“. Ein wahrer Schock auch für Olli, der sich in
leicht benebelten Zustand nicht um seine Zukünftige gekümmert
hatte. Leider war Lavinia auch per Handy nicht erreichbar, das
sie es im Bus hatte liegen lassen. Für uns bedeutete das, auf
jeden Fall die nächste Abfahrt runter und zurück in Richtung
Heimat. Am Köschinger Forst Richtung Norden hielten wir an und
telefonierten mit dem Rastplatz auf der anderen Autobahnseite.
Ja, dort stand eine junge Frau in der Tankstelle und vermisste
ihren Bus. Lavinia konnte beruhigt werden und Olli ließ sich von
einem netten Autofahrer über einen für Busse gesperrten
Verbindungsweg auf die andere Seite fahren.
Wir fuhren
noch einmal 10 km nach Norden bevor wir an der nächsten Abfahrt
wieder drehen und unser eigentliches Ziel ansteuern konnten.
Nachdem
wir Olli und Lavinia wieder aufgeladen hatten verlief die Fahrt
ohne Zwischenfälle und wir erreichten das Edenlehen gegen 0:45
Uhr. Soweit das Chaos am Anreisetag.
Am Freitag
fuhren wir zum Gletscher nach Hintertux. Bei der Abfahrt hatte
keiner eine Vorstellung davon, welch traurigen Verlauf der Tag
nehmen sollte.
Zunächst ging es mit der Seilbahn bei strahlend blauem Himmel
und nicht zu hohen Minustemperaturen hinauf zur gefrorenen Wand.
Auch unser Senior, Paul Birkenbach, freute sich über das schöne
Wetter und sagte: “Das wird ein schöner Tag.“ Mit gutem
Parallelschwung und für seine 75 Jahre recht zügig fuhr Paul
seine Lieblingspiste hinunter. Am Lift angekommen war er etwas
außer Atem, unterhielt sich aber mit seinem Sohn Wolfgang, bis
er plötzlich umfiel. Glücklicher Weise waren 3 Ärzte in
unmittelbarer Nähe, die einen Kreislaufzusammenbruch mit
Herzversagen feststellten und sofort mit der Reanimation
begannen. Auch die Ärzte des Herbeigerufenen
Rettungshubschraubers versuchten ihr Möglichstes und nahmen Paul
in bedenklichem Zustand im Hubschrauber mit ins Krankenhaus.
Den ganzen
Tag über fuhren wir zwar weiter Ski, waren in Gedanken aber bei
Paul. Am Abend mussten wir von Wolfgang, der dem Hubschrauber
ins Krankenhaus gefolgt war, erfahren, dass Paul gestorben war.
Das
Geschehene drückte die Stimmung merklich, wenn auch, je größer
der zeitliche Abstand wurde – die Überzeugung wuchs, dass Paul
keinen schöneren Tod sich hätte wünschen können, wenn gleich so
ein plötzlicher Tod für die Angehörigen immer schrecklich ist.
Wolfgang
fuhr am Samstag nach Hause und wir in noch trüber Stimmung zum
Gletscher. Auch heute waren die Skibedingungen wieder sehr gut
und wir konnten herrlich Ski fahren. Es gab keine Stürze und
nach und nach stellte sich wieder Normalität ein.
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Am Abend
beim ApresSki in der Tuxer Tenne vielen unsere tollen Shirts
besonders auf, mancher hätte sein TShirt sogar
weiterverkaufen können. |
Erst am
Sonntag in Hochzillertal trat die Lust am Skifahren wieder
richtig zu Tage. Frühlingshafte Temperaturen, beste
Pistenverhältnisse und nun doch etwas Abstand zum Geschehen am
Freitag ließen wieder Freude am Skifahren aufkommen, wenngleich
viele dachten: „Auch Paul hätten diese Pisten Spaß gemacht.“.
Gegen
15.00 Uhr fuhren wir zurück zum Hotel und bereiteten uns auf die
Heimfahrt vor. Diese verlief ohne besondere Vorfälle, so dass
wir gegen 23.30 Uhr wieder heil in Flieden ankamen.
Trotz
aller chaotischer und trauriger Ereignisse waren die Teilnehmer
mit der Fahrt zufrieden und wollen auch im nächsten Jahr wieder
dabei sein, bei der Saisoneröffnungsfahrt 2005.
Nachruf für Paul Birkenbach
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